Foto by Anton Charus

Samstag 21.03.2026, 19 Uhr &

Sonntag 22.03.2026, 17 Uhr

Martin-Luther-Kirche
Fuldastraße 50-51, 12045 Berlin-Neukölln

Konzert vom Kammerchor Vocantare Berlin unter der Leitung von Tobias Walenciak mit Musik von Jonathan Dove, Caroline Shaw, Kerensa Briggs, Ethel Smyth und anderen.

Eintritt frei – Spenden erbeten

Mit unserem Konzertprojekt “Lebenswege” möchten wir Anstoß für eine lauschende Betrachtung menschlicher Lebenswege eröffnen. Entlang des von Jonathan Dove (*1959) in Andenken an seine Mutter komponierten “The Passing of the Year” und den eingewobenen Chorwerken zeitgenössischer Komponist*innen wie Hanna Havrylets (1958-2022), Thomas Jennefelt (*1954) und Carolin Shaw (*1982) begegnen wir Gedanken, Sorgen, Hoffnungen und Zweifeln, die uns Menschen auf unserem Weg an verschiedenen Stellen begleiten können – als Kinder und Jugendliche, als mitten im Leben stehende Erwachsene, als Menschen am Ende eines Familien- Berufs- oder Arbeitslebens. Sie können Grund zum Innehalten sein, zum Umdrehen, zum Einschlagen eines neuen Pfades. Und sie können Anlass sein, sich umzusehen: Nach vorn, nach hinten.

Konzertbericht

Der eine wurde früh Vater. Die andere ist dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen. Wiederum eine erinnert sich an Kriegsnächte im Bunker. Eine andere an den Fall der Mauer. Und ein weiterer denkt an die Fahrradtour im Regen und den Opa, der ihn abholen kam.  

Mit seinem Konzertprojekt “Lebenswege” hat der Kammerchor Vocantare unter der Leitung des Dirigenten Tobias Walenciak am 21. und 22. März 2026 in der Martin-Luther-Kirche in Berlin musikalische und inhaltliche Impulse gesetzt, um den Lauf des Lebens in seinen vielschichtigen Facetten zu beleuchten. 

Musikalisch entspann sich das Konzert entlang des von Jonathan Dove (*1959) in Andenken an seine Mutter komponierten Zyklus “The Passing of the Year” – virtuos von der Pianistin Karine Gilanyan begleitet. Darin eingewoben waren Chorwerke zeitgenössischer Komponist*innen, die sich mit Leben, Tod, Schmerz und Hoffnung auseinandersetzen. Gerahmt wurde das Ganze durch die persönlichen Geschichten und Erzählungen von Menschen unterschiedlichsten Alters, die zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Konzertes als Klangcollagen zu hören waren.  

Nicht nur in der Musik, auch in den Erzählungen wurde spürbar: All diese Erfahrungen, all diese Erinnerungen stehen nebeneinander. Und so unterschiedlich sie sein mögen, so sehr hängen sie doch alle zusammen und ziehen sich durch die Generationen. Menschliche Lebenswege sind immer ein Zusammenspiel aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aus Kontextbedingungen und dem eigenen Umgang damit. Nichts ist zwangsläufig, Überraschungen und abrupte Wendungen kommen nicht nur in der Musik vor, sie sind das Leben.